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18.01.2017, 18:07 Uhr
CDU Neujahrsempfang 2017
Der CDU Vorsitzende David Grimme konnte am Sonntag, dem 15. Januar 2017 im Haus Hufnagel ca. 100 Gäste begrüßen und ihnen ein gutes neues Jahr wünschen. Mit dem Hessischen Staatsminister Dr. Thomas Schäfer, MdL hatten wir einen interessanten Gastredner. Ein paar Schwerpunkte seiner Rede finden Sie in der Bildergalerie.
Die Neujahrsrede von David Grimme folgt in diesem Artikel:
Vlnr: D. Grimme, Dr. Th. Schäfer, K. Neipp, H. Raff
Liebe Freunde, sehr verehrte Damen und Herren,
ein bewegtes Jahr liegt hinter uns. Ich erinnere nur ungern an die Attentate von unter anderem Istanbul, Ankara, Brüssel, Nizza und nun auch im eigenen Land. Wie genau man mit solchen furchtbaren Taten emotional umgehen soll kann ich Ihnen nicht beantworten, aber wir sollten alle Opfer und deren Angehörige mit in unsere Gebete einschließen.
Was ich hingegen weiß ist, dass man solche furchtbaren Gräueltaten nicht dazu ausnutzen darf um eine menschenverachtende "Politik" oder nennen wir es lieber Agenda voranzutreiben und mit den Ängsten der Bevölkerung zu spielen und diese zu spalten.
Gerade in solchen Momenten der Angst und des Terrors ist es wichtig zusammenzustehen und besonnen das menschenmögliche versucht um uns alle zu schützen und den verantwortlichen Hintermännern das Handwerk zu legen.
Ich habe vor einiger Zeit ein interessantes Interview der BBC gesehen, das im Jahre 1959 aufgenommen wurde. Das Interview wurde geführt mit dem Nobelpreisträger Betrand Russell, ein britischer Philosoph, Mathematiker und Logiker, der zu diesem Zeitpunkt bereits 87 Jahre alt war.
In diesem Interview, welches ich sinngemäß aus dem englischen übersetzt habe, wurde er gefragt welchen Rat er künftigen Generationen erteilen könnte. Seine Antwort war folgende:
Ich würde gerne zwei Aspekte beleuchten, einmal aus intellektueller und einmal aus moralischer Sicht. Das intellektuelle ist folgendes: Wenn man sich mit einem Thema intensiv beschäftigt oder einer Philosophie zugetan ist, stelle dir immer nur die Frage: Was sind die Fakten und was ist die Wahrheit welche durch die Fakten bestätigt wird. Lass dich nicht in die Irre führen durch entweder das was du gerne glauben würdest oder das was einen vermeintlichen positiven sozialen Effekt hätte wenn es geglaubt werden würde. Betrachte einzig und alleine die Fakten.
Das moralische ist folgendes: Liebe ist weise, Hass ist töricht. In einer Welt die mehr und mehr zusammenrückt, müssen wir lernen uns gegenseitig zu tolerieren und lernen das Leute Dinge sagen werden die wir nicht mögen. Wenn wir zusammen leben und nicht nur zusammen sterben wollen müssen wir eine Art der Nächstenliebe und Toleranz lernen welche essentiell wichtig sein wird für den Fortbestand der Menschheit.
In nun unzähligen Jahrzehnten des religiös oder ethnisch motiviertem Terrors ist diese Weisheit so aktuell wie nie zuvor. Es darf nicht sein, dass irgend ein durchgeknallter Extremist provozierende Karikaturen oder einen westlichen Lebensstil als Anlass nimmt Unschuldige zu töten. Es darf aber genau so wenig sein, dass der nächste Durchgeknallte eine bestimmt Abstammung Religion oder auch Hautfarbe als Anlass nimmt um jemanden durch die Stadt zu hetzen, seine Unterkunft anzuzünden oder noch schlimmeres.
Als Gesellschaft sind wir besser als so was. Wir haben aus der Vergangenheit gelernt sind Vorangeschritten und dürfen uns nicht durch die Missetaten anderer auf deren Niveau ziehen lassen.
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Bei meiner Rede im letzten Jahr, sie werden sich alle natürlich noch bestens erinnern, hatte ich neben einigen anderen, zwei Themen genannt die angegangen werden müssen und die aktueller sind als uns allen lieb ist:
- Neubau der Sport- u. Kulturhalle
- Ermöglichung günstigen Wohnraums
Nach allen Informationen die vorlagen war es nicht absehbar, dass die Sport- und Kulturhalle von jetzt auf gleich nicht mehr zu benutzen sein wird. Hier auch mal ein Lob an unseren Bürgermeister Olaf Kühn und die Verwaltung die schnell gehandelt haben und kein Risiko eingegangen sind. Glücklicherweise scheinen inzwischen alle betroffenen Vereine in anderen Räumlichkeiten untergekommen zu sein. Nach ersten impulsiven Reaktionen war es auch allen schnell klar, dass man ohne große Verzögerung handeln muss und wir alle hoffen natürlich, dass wir in absehbarer Zeit den Bürgern und den Vereinen eine Sport- und Kulturhalle präsentieren können auf die man als Seeheim-Jugenheimer auch noch in 30 Jahren stolz ist.
Bei der Ermöglichung günstigen Wohnraums gehen die Meinungen eher auseinander. Wie immer will natürlich niemand, dass vor seiner eigenen Haustür Bauland geschaffen wird. Ich denke das kann man auch niemandem verübeln, aber es muss auch jedem klar sein, dass sein Haus auch nur dort steht wo es heute ist weil vor der Haustür des Nachbarn eben auch mal Bauland geschaffen wurde. Es gilt also sauber die Kosten-Nutzen-Relation abzuwägen und einen solchen Prozess so transparent wie möglich zu halten. Wenn sich eine Mehrheit in der Bevölkerung finden lässt die sagt: Jawohl wir wollen, dass junge Familien die Möglichkeit haben hier zuzuziehen und vielleicht sogar ein kleines Häuschen zu bauen, ja wir wollen, dass die Mietpreise nicht ins bodenlose ausufern und wir wollen, dass sich die Gemeinde weiterentwickeln kann dann sollte es auch so sein. Wo und wann sich soetwas hingegen realisieren lässt, das steht zum jetzigen Zeitpunkt noch in den Sternen.
Um solche und andere Themen wird man sich in der Partei und Fraktion intensiv Gedanken machen müssen - Insbesondere auch im Hinblick auf die Bürgermeisterwahl am Ende des Jahres. Bis dahin mag zwar noch viel Zeit sein, doch wie Sie alle sehr gut wissen ist solch ein Wahlkampf lang und kräftezehrend, insbesondere dann wenn auch noch kurz vorher eine Bundestagswahl ansteht.
Aber heute wollen wir zumindest nochmal mit unseren Kräften haushalten und unsere Gläser erheben. Auf die Gesundheit, das Glück und ein erfolgreiches Jahr 2017!