Als in hohem Maße unehrlich und in keiner Weise zu Ende gedacht bezeichnete heute die CDU-Landtagsabgeordnete Karin Neipp die Pläne von SPD und Grünen, das Sitzenbleiben an hessischen Schulen abzuschaffen.
„Wenn wir die sowieso schon stark gesunkenen Sitzenbleiberquoten weiter verringern wollen, dann müssen wir beispielsweise mehr Förderstunden ermöglichen oder den Kleingruppenunterricht weiter fördern. Das Pferd aber von hinten aufzuzäumen, also erst das Sitzenbleiben abzuschaffen und das dann schon als Erfolg zu feiern, geht letztendlich auf Kosten der Qualität der Leistungsergebnisse“, so Neipp. Hamburg beispielsweise werde so auf keinen Fall von den Abstiegsplätzen bei PISA wegkommen.
Neipp prophezeite bei einem Wiederholverbot für Schüler außerdem stark steigende Versagerquoten bei den Abschlussprüfungen, denn dort müsse dann Farbe bekannt werden. „Es sei denn“, so Neipp, „in logischer Konsequenz werde dann verfügt, dass diese auch mit mehreren Fünfen und Sechsen bestanden werden könnten!“
Abschließen verwies Neipp auf die größte spezifische Sitzenbleiberstudie in Deutschland, die 2004 vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung in Essen mithilfe einer Vergleichsgruppenbildung von Sitzenbleibern und Nichtsitzenbleibern bei 2500 Schülerinnen und Schülern durchgeführt wurde. Eindeutig habe diese ergeben, dass bei der großen Gruppe der Entwicklungsverzögerten das Sitzenbleiben die Chance, den angestrebten Schulabschluss zu erreichen, um 50 Prozent erhöhe.
CDU-Hessen: Bildungsbroschüre